Suche
  • Carrie

wie sie so ist - Teil 1

Hab ich euch eigentlich schon erzählt wie sie so ist, unsere Maus? Ich muss jetzt grad schon schmunzeln, weil ich tatsächlich gleich dran gedacht habe, was jetzt jedes Elternteil über sein Kind sagen würde. Natürlich, dass sie das beste Kind der Welt haben! Die Kinder immer oder meistens brav sind und lernen mit Anderen zu teilen. Naja, so ist unsere halt grad mal nicht. Sie teilt grad so überhaupt nicht gerne, schmeist alles rum und am liebsten würde sie immer Leo Lausemaus schauen. Aber ich fange von vorne an.


Als sie geboren wurde, war sie ein kleines hilfloses Wesen, das ganz viel Liebe und Geborgenheit brauchte. Sie bekam ja von Anfang an Therapien und Ärzte in fast Dauerschleife. Viel geweint hat sie nicht, eher mit ihren großen Kulleraugen immer geschaut, was abgeht und ob wir in der Nähe sind. Wir haben extrem viel gekuschelt und ich hatte sie ziemlich jeden Tag in der Trage vorne drin, weil ich es einfach liebte sie so nah bei mir zu haben und sie genoss das auch. Ok, anfangs nicht, da hat sie getobt und wollte nicht rein, aber dann... ich sage es euch. Ich habe sie fast nur noch in der Trage beruhigt bekommen. Sie nahm auch immer ihre Medikamente und spuckte sie nicht aus. Ich glaube sie wusste, dass es für sie wichtig war. Klar, beim Blutabnehmen und gepiekst werden, ist sie schon ausgeflippt. Welches Kind denn nicht? Ich kanns ja auch nicht unbedingt leiden.


Dann haben wir uns für eine Krabbelgruppe angemeldet. Ich dachte das ist bestimmt toll und ich wollte es ihr auch nicht weg nehmen und sie ganz normal behandeln. Warum sollte sie also das nicht auch haben können? Wir sangen Lieder, bastelten und quatschen. Wir hatten da auch eine tolle CD, die hören wir als jetzt noch gerne im Auto an, die packe ich euch in den Link hier rein (https://amzn.to/3oTPDyn). Zu Weihnachten machten wir in Weihnachtsoutfits Gruppenbilder und da sie nicht sitzen konnte, trapierten wir alles so hin, dass es trotzdem toll aussah. Ich hatte mich zu keinem Zeitpunkt irgendwie unwohl gefühlt, weil die anderen Babys gesund waren oder so. Wir spielten gleich mit offenen Karten und sie wurde so angenommen, wie sie eben war und ist. Sie war immer interessiert, was um sie herum passiert und schlief eigentlich so ziemlich in gegen Ende jeder Stunde ein um die Eindrücke zu verarbeiten. Klar, in dem Alter als Baby fällt es auch einfach noch nicht so auf, dass sie etwas hatte.


Je älter sie geworden ist und irgendwie ist das rasend schnell passiert, sind wir mit ihrer Entwicklung zufrieden. Nach der Diagnose hätten wir uns echt nicht erträumt, dass sie mal läuft. Einfach weil wir nicht daran geglaubt hatten, das war so unser schwarzes Loch. Sie ist aber so brutal die Kämpferin und hat so nen starken Willen, dass sie das durchgezogen und nie aufgegeben hat. Ich meine, Muskulatur fast Null und sie hat sich so krass durchgekämpft. Auch wenn sie gestürzt ist, geblutet und geweint hat - meistens hat sie es schon wieder weiter versucht, obwohl sie noch geheult hat. Diesen Willen zum durchhalten hat sie von Papa.


Ob sie Freunde hat? Ich sag mal so: ich bin davon ausgegangen, weil ich sie immer nur alleine spielen sehe, auch wenn andere Kinder da sind, dass sie eher die Einzelgängerin ist. Ihre Erzieherin in der Kita erzählte mir es jedoch anders. Sie spielt mit einem Mädchen und läuft Hand-in-Hand mit ihr durchs Zimmer. Wenn sie von draußen wieder reinkommen, wartet sie an der Tür, bis alle Kinder wieder drin sind und geht mit dem letzten Kind dann zusammen rein. Ich bin ja fast geschmolzen, als ich das gehört habe. Wie süß ist dass denn bitte? Klar, davon ausgehend, dass in der Kita eh alles anders ist (da isst sie auch alles), finde ich es aber trotzdem so schön zu hören, dass sie dieses soziale Miteinander kann. War ja auch nicht sicher, ob sie überhaupt soziale Kompetenzen haben wird.


Wenn wir auf Geburtstagen eingeladen sind, ist das immer etwas schwieriger. Vielleicht weil wir als Eltern dabei sind und die anderen Kinder einfach "wilder" sind und wenn sie merken, dass sie nicht hinterher kommt oder gar sich wehren kann, weil sie nicht spricht, wird sie schnell aussortiert. Wie in der Natur irgendwie, das Schwächste Glied wird zurück gelassen. Klingt heftig, nicht wahr? Da blutet tatsächlich auch jedesmal das Mamaherz. Für sie ist es dann besser, wenn nur ein Kind zum spielen da ist. Dann ist es ruhiger und das andere Kind kann sich eher auf sie einlassen. Klar, jedes Kind merkt gleich, dass es ihr überlegen ist, es geht nur darum, wer es ausnutzt oder sich drauf einlässt und auf einer Augenhöhe mit ihr spielt.


Das heißt jetzt nicht, dass ich Feste oder so boykottiere, nein. Es ist für uns dann halt einfach anstrengender, da sie dann überall schauen will, aber nicht hinterher kommt. Stürzt, weil sie motorisch nicht so kann wie sie will und dann nicht weiß, was jetzt als nächstes passiert oder kommt. Wir müssen dann immer bei ihr sein, da sie das (noch) braucht als Sicherheit. Es sind dann so viele Eindrücke, die sie alle nicht auf einmal verarbeiten kann. Kann sein, dass es mit dem älter werden besser wird, das sehen wir dann... ich werde es euch jedenfalls dann berichten

842 Ansichten
 

Abo-Formular

77815 Bühl

  • Instagram

©2020 Kleeblog - Alle Rechte vorbehalten