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  • Carrie

Kindergarten

Aktualisiert: Nov 10

Wir entschieden uns dazu, die Kleine mit zwei Jahren in die Kita zu geben. So konnte sie sehen, wie andere Kids spielen, laufen, miteinander agieren und so lernte sie mehr, als wenn sie mit Mama 24/7 zuhause ist. Nicht, dass es nicht schön war, dass sie bei mir zuhause war. Ich konnte ihr einfach nicht die Dinge zeigen, die die anderen Kids ihr zeigen konnten.


Wir dachten, da sie ein handicap hat, ist sie im Kindergarten der Lebenshilfe gut aufgehoben. Also auf zum Gespräch. Ich schaute mir die Einrichtung an und fühlte mich sofort wohl. Es war genau richtig, dass sie hier in die her kommt, so mein Gefühl. Da mein Freund nicht mitkommen konnte, versuchte ich ihm meine Eindrücke und mein Gefühl dabei zu erklären und er war damit einverstanden. Wenn ich zufrieden bin, ist er es auch. So ists mir ja am Liebsten ;-). Die Eingewöhung ging über vier Wochen und war relativ entspannt. Zu Beginn blieben wir auch nicht lange. Es waren die ersten drei Tage so zwischen 15 und 20 Minuten und sie saß die ganze Zeit auf meinem Schoß und beobachtete alles und Jeden. Sie fand es interessant und wollte auch gerne näher ran, traute sich aber noch nicht. Ihre Bezugserzieherin freundete sich auch langsam immer mehr mit ihr an und so blieben wir von Tag zu Tag etwas länger. Nach circa einer Woche ging ich dann aus dem Spielzimmer raus ohne mich zu verabschieden und setze mich zuerst in den Flur und war dann schnell um die Ecke, falls sie weinte. So ging das auch wieder eine Zeit lang und ich ging dann mal ein bisschen weiter weg, in ein kleines Büro am Ende des Flurs. Ich nahm mir ein Buch mit und genoss die Zeit des Nichtstun, konnte ja tatsächlich auch nichts anderes machen.


Tja und dann war es soweit - sie wurde zwei Jahre alt und durfte ab sofort zu den Kindern in die Kita. Ich freute mich so unglaublich für sie. Aber so krass, dass sie schon einfach zwei Jahre alt geworden ist. Es war toll zu sehen, dass sie sich wohl fühlte und gerne ging. Herrlich, so könnte es weiter gehen. Ja, genau, hätte ich es mal nicht so in den Himmel gerufen, denn dann kam die Zeit, in der sie überhaupt nicht wollte. Sie weinte, tobte und klammerte sich fest. Schon morgens nach dem aufstehen, wusste ich was auf mich zukam und hatte teilweise überhaupt keine Lust auf das Theater. Ich war eigentlich auch schon gestresst, wenn ich nur dran dachte, was gleich wieder am Eingang der Kita abging. Hört sich hart an, aber haben wir das nicht schon alle mal gedacht? Das Problem war, dass ich gestresst war, sie das spürte und dadurch verunsichert wurde, was die Situation natürlich nicht besser machte, ergo Teufelskreis.


Natürlich war es emotional, sie so weinen zu sehen. Die Erzieherinnen versicherten mir aber, dass es nach 10 Minuten vorbei war und sie aufgehört hatte und spielte. Diese Phase hat wohl jeder mal. Ich hab mal drüber nach gedacht und wir Erwachsenen haben diese Phase als auch mal, schmeisen uns halt aber nicht auf den Boden und weinen wir verrückt, weil wir uns anders auszudrücken wissen, daher alles easy und jetzt klappts ja gut und sie geht sehr gerne hin.

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