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  • Carrie

Intensivtherapie

Wir starteten das neue Jahr mit einer Intensivwoche mit Pferd und Logopädie. Warum auch nicht? Die Kitas waren zu und da hatte sich das direkt angeboten. Dann gings auch schon direkt los..


Da sie seit den letzten vier Wochen eher bis 7/halb 8 schlief, war es gut, dass wir nicht ganz so dolle früh im Stall sein sollten. Ich glaube dadurch, dass sie jede Nacht wach war und es sich aktuell auch noch nicht geändert hat, ist es morgens halt doch schwerer aus dem Bett zu kommen, aber wer kennt das nicht? Naja, ich weckte sie, wenn sie länger als halb 8 schlief und die morgentliche Routine kam in die Gänge. Bloß nicht zu viel am Morgen direkt nach dem aufstehen, Morgenmuffelalarm!


Bei der eiseskälte am frühen Morgen sind wir dem Prinzip der Zwiebel gefolgt. Den Schneeanzug und die Winterjacke von mir ins Auto geworfen, die Heizung aufgedreht, sodass wir es auf der 25 minütigen Fahrt kuschelig hatten.


Sie freute sich und ihr Gesicht strahlte, als sie sah, wo wir waren. Ich zog sie an und gleich flitze sie den gewohnten Weg zu "ihrem" Pony. Die Therapeutin begrüßte uns und sagte mir dann, dass sie das Ganze ab jetzt mit ihr alleine macht. Oh wow, was? Ich weiß, wir hatten darüber gesprochen, aber jetzt doch schon so schnell... ahhh hehe ich war ja richtig aufgeregt, dass alles glatt geht und sie nicht vom Pferd fällt...da wir ihr aber total vertrauen, passte das schon so. Beim putzen war ich noch dabei und als es dann in die Halle ging, klinnkte ich mich aus und stand als kleiner Stalker in der Tür.


UnsereTherapeutin hatte sich noch jemanden dazu geholt, der das Pferd führt, sodass sie direkt bei unserer Kleinen die Logostunde machen konnte und sie beim Rundgang durch die Reithalle ihr den Halt geben konnte. Sie sitzt mittlerweile schon so richtig toll und korrigiert sich selbst, wenn sie nicht mehr richtig drauf sitzt, echt klasse. Bitte verzeiht mir hier meine Unkenntnis über die "Sprache der Pferdesachen", ich habe einfach keine Ahnung davon, wie alles heißt. Denke das wird mit der Zeit noch kommen und irgendwann weiß ich auch, was es heißt, wenn im Zirkel geritten wird.


Ja dann gings los. Same procedure as every morning.

Sie machte das so wahnsinnig super. Ich konnte sie kaum bremsen, als sie fertig angezogen war und das jeden Morgen. Schon als ich ihr morgens erzählte, dass wir zu dem Pferdchen gehen, ist sie gleich auf ihren Stuhl im Flur gesessen und wollte die Schuhe anziegen. Es war so super zu sehen, wie arg sie sich darauf freute. So ziemlich nach jeder Stunde war sie dann wirklich platt und in dieser Woche kam der Mittagsschlaf dann auch zurück. Es ist halt auch ne extreme Anstrengung für sie sich auf das Pferd, das Sitzen und auf die Therapeutin zu konzentrieren. Aber Mittagsschlaf hat noch nie geschadet, daher alles gut.


Mittags ging es dann in die Praxis für weitere Übungen. Wir saßen also im Wartezimmer und gingen gemeinsam -Hand in Hand - ins Behandlungszimmer. So schön (nebenbei erwähnt), wenn sie dich anschaut und deine Hand nimmt, weil sie das mit dir zusammen machen möchte. Wir sprachen kurz darüber, was sie in den kommenden Stunden gerne machen würde mit ihr. Dann machte meine Kleine die Tür auf und zeigte mir, dass ich gehen sollte. Wie cool war das denn bitte? Überrascht und irgendwie froh, dass sie mit ihr allein sein wollte, ging ich raus. Sie vertraut ihr wohl schon so arg, dass es für sie kein Problem ist, wenn Mama nicht mit dabei ist. Man sollte aber auch hier mal sagen, dass es für die Therapeuten um ein vielfaches besser läuft, wenn die Eltern nicht dabei sind, da sich das Kind dann doch eher auf die Therapiestunde einlassen kann. Jedenfalls ist das bei uns so, möchte nicht alle über einen Kamm scheren. Wie ihr seht ist mein Part eher mit Warten beschäftigt, als mit bewegen oder handeln. Aber alles okay so.


Gemeinsam holten mich die beiden dann nach der Stunde im Wartezimmer ab und es gab eine kurze Erklärung was sie versucht hatte und woran sie arbeitete. Leider hat dann die Kleine überhaupt kein Bock mehr, egal nach welcher Stunde und möchte einfach nur gehen. Sie gibt mir höchstens ein paar Minuten um wirklich minimal kurz zu sprechen, aber dann zackig heim. Ich glaube dann ist ihr Level einfach erreicht und sie möchte die Situation verlassen und macht Feierabend.


So ging es dann eine Woche lang. Papa ist auch einmal mit gekommen und hat gleich die Kamera eingepackt um den Moment festzuhalten.


Es war wirklich eine wundervolle Woche und sie war so wertvoll für unsere Maus. Für uns ging es ja nicht nur da drum, dass sie schnellstmöglich lernt, irgendwelche Worte zu sagen. Klar ist das der Hauptgrund, aber es gehört noch so viel mehr dazu. Die Begegnung mit Tieren, die Abläufe, die gemacht werden müssen, damit man überhaupt reiten kann. Das hatte sie so schnell verstanden und behält es immer noch bei und es steigert sich einfach immer etwas. Nicht stark, muss auch nicht, aber man merkt und sieht es. Heute hatte sie zB den Hufauskratzer fast die komplette Zeit in der Hand gehalten, bis alle vier Hufe sauber waren. Das hatte sie vorher noch nie gemacht. Einmal ist er ihr aus der Hand geflogen, nur einmal. Es sind die kleinen Erfolge und die sind wertvoll.


Wir haben das Gefühl, dass da was geht und auch noch kommen wird, weil jetzt schon auf manche Fragen einfach ein "Ja" als Antwort kommt. Wisst ihr, wie wir überrascht waren, als das kam? Und jetzt kommt das Wort "Ja" einfach öfter. Mal gestern, dann vielleicht wieder übermorgen. Es mag für manche nicht nach viel klingen, aber für uns ist das so wertvoll. Es ist eine Reaktion, die zeigt, dass sie die Frage verstanden hat und daraus folgt ggfls. eine Handlung, wenn sie etwas möchte. Geil oder? Ich bin jedenfalls hin und weg.


Zuhause machen wir fleißig unsere Übungen mit ihr - jeden Tag. Natürlich nur dann, wenn sonst keine Therapien sind. Heute hatte sie sich die Box mit den Übungssachen selbst geholt und Papa sollte mit ihr üben, ist das nicht der Oberwahnsinn?


Diese Woche war definitiv nicht unsere letzte Intensivwoche.





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