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  • Carrie

Geschichten anderer

Ihr kennt das ja bestimmt, dass euch Leute ihre Geschichten erzählen und es euch manchmal betroffen macht, manchmal nicht. Je nachdem was es eben für Geschichten sind. Muss ja nicht immer was Schlimmes sein, gibt ja auch tolle Geschichten. Jedenfalls kam heute in unserer Facebook Gruppe eine Thematik auf, die mich so aufgekratzt hat, das mein ganzer Tag aus dem Gleichgewicht kam.


Es ging um ein kleines Kind, welches in der Therapiestunde umgelagert wurde und das Kind dann fürchterlich zu schreien anfing und das Ende vom Lied war ein leichter Bruch am Unterschenkel. Krass, oder?


So, ich sags euch ganz ehrlich. In mir kam eine Wut hoch, ich war so richtig sauer, so richtig in Kampfstimmung, obwohl ich nicht mal die ganze Geschichte kannte. Nur allein, weil ich es gelesen hatte und die Mama seit der Geschichte keine ruhige Nacht mehr hatte vor lauter Fragezeichen im Kopf. So Sachen wie "das gibts doch nicht, wie kann das sein, das geht doch nicht" kamen raus und ach, ich erinnere mich schon gar nicht mehr an alles. Ne böse Zunge hab ich manchmal. Ihr kennt das ja aber bestimmt alle. Es ging ja so weit, dass ich mich sogar mit meiner Mama gestritten habe deswegen. Wegen einer Geschichte, wo wir weder richtige Fakten noch sonst etwas hatten. Nur meine aufgestaute Wut, die sich gegen keine Ahnung wen richtete und meine doch auch energische Mama, die versuchte dagegen zu halten. Schaukel, Schaukel - zack, kleiner Krieg.


Tja ja so ists halt. Mein Freund meinte nur, dass ich mich jetzt bloß nicht noch über Mama aufregen soll, dass sie mir so kontra gegeben hat, wenn ich sie selbst so angefahren hab mit meiner Ansicht. Irgendwoher muss ich es ja haben und es kommt ja nicht von ungefähr. Ja merci gesagt. Naja alles halb so wild, wir haben uns lieb und manchmal muss das halt sein. Dumm aber passiert halt mal.


Naja jedenfalls je länger ich drüber nachdenke, geht die Wut eher in Traurigkeit über. Darüber, dass das Kind Schmerzen hatte und es nicht sagen konnte, wo es ihm weh tat. Die Therapeutin nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt hat und es ja keine Absicht war, obwohl es trotzdem halt nicht hätte passieren dürfen. Aber wisst ihr was ich meine? Das Kind hats doch eh schon schwer genug und dann noch sowas? Wie unerträglich ist dass denn bitte? Und wie reagierst jetzt als Eltern? Flippst aus? Bist ruhig und nimmst es hin? Das Gespräch suchen ist ja nie falsch, aber mal ehrlich, ich weiß nicht, wie ich da sprechen würde. Würde ich überhaupt was produktives von mir geben? Blöd, wenn ich das jetzt sage, aber passiert ists.


Wie würdet ihr euch verhalten? Seit unserer ganzen Geschichte hab ich meine Sichtweisen schon arg verändert und bin nicht mehr ganz die, die ich mal war und das passt auch alles so. Ich sehe viele Sachen entspannter und bin meist geduldiger, aber in so ner Situation richtig reagieren?! Ganz schwieriges Thema für mich. Klar, wenn dich zuhause aufregst oder bei ner Freundin mal ablässt, bist ganz anders, wie wenn dir die Person gegenübersteht, die diese Emotionen in dir ausgelöst hat. Und wenn es dann natürlich nicht absichtlich passiert ist, ists ja umso schwieriger. Da sitzt dann tatsächlich da mit deinen Fragezeichen im Kopf, die dich nicht schlafen lassen.


Der ganze Tag hat mir so Energie gezogen. Es betrifft mich nicht mal selbst, aber es hat da einfach was in Gang gesetzt.


Jetzt ist jedenfalls Abend und bevor ich mich an den Laptop gesetzt habe, hab ich erst mal ne Tafel Rittersport "inhaliert". Was soll ich sagen... es geht mir besser. Junk Food ist nicht immer eine Lösung, manchmal aber einfach Seelenfutter.

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