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  • Carrie

Gelbsucht (Bilirubinwert)

Ein paar Tage vergingen und die Routine kam schneller, als ich es merken wollte. Alle drei Stunden Essen geben, wickeln, kuscheln und abpumpen.

Es war Nacht und mein Weg führte ohne Umwege in ihr Zimmer. Zugegeben, ganz fit war ich nicht, als ich sie dann sah schon. Sie lag in einem durchsichtigen Kasten. Ein blaues Licht bestrahlte sie und zum Schutz ihrer Augen hatte sie eine Stoffbrille auf. Sie hatte nur noch Windeln an.

Die Schwester kam sofort als sie mich bemerkte und erklärte mir, dass der Arzt darauf bestand, gleich mit der Lichttherapie zu beginnen. Sie hatte Gelbsucht. Ihre Blutwerte wiesen am Abend einen erhöhten Bilirubinwert auf. Auf den nächsten Morgen zu warten, erschien ihm zu lange. Dankbar und verärgert zu gleich, weil ich keine Info bekam, stand ich einfach nur da. Ich sollte ins Bett gehen und erst um 9 Uhr wieder kommen.

Sie fütterten sie über die Magensonde, sodass sie so wenig wie möglich aus dem Licht genommen werden musste. Lediglich zweimal eine halbe Stunde täglich durfe sie aus dem Bettchen geholt werden um zu kuscheln.

Der Arzt erklärte uns am Morgen, dass die Gelbsucht eine Anpassungsstörung der Leber ist. Bei Frühgeborenen ist diese weniger ausgereift und es tritt deutlich früher eine Gelbfärbung auf. Viele Neugeborene haben Gelbsucht. Sonnenstrahlen reichen meist schon aus, dass der Wert sich wieder ändert, außer er ist sehr hoch, dann müssen die Kinder unter die Lampe.

Zeit, die wir nicht an ihrem Bettchen verbrachten, liefen wir spazieren oder spielten Karten. Nach einer Woche war es geschafft. Das Licht kam weg und sie wieder angezogen zurück in ihr Bett. Wir waren erleichtert und hofften nun auf schnelle Selbst-Trink-Erfolge, sodass wir sie mit nach Hause nehmen durften.

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