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  • Carrie

Epilepsiezentrum

Während einer Physiotherapie Stunde fiel der Therapeutin auf, dass unsere Maus öfters abwesend war. Tagträumereien wie wir es nannten,wer hatte die nicht? Mal kurz in eine andere Welt abtauchen, der Phantasie freien Lauf lassen und dann wieder zurück zur Realität.


In ihrem Fall könnte das ein Zeichen für Epilepsie sein. Echt jetzt? OK, nächster Arztbesuch und zack Einweisung in die Klinik. Was wir hier erlebt hatten, war emotional unterirdisch. 

Die Kurzzeit EEGs waren unauffällig und die Absensen (so heißen die kurzen Tagträumereien) nicht sichtbar. Puh, dachten wir... Ja genau, perfekt. Auf zum Langzeit EEG. Und hier kam auch der Hammer. Uns wurde zwar erklärt, was passieren würde oder wie es ablaufen hätte sollen,aber emotional war es nochmal eins oben drauf. Sie bekam leichtes Beruhigungsmittel zum eindämmern, sodass es ein leichtes sei, die EEG Punkte am Kopf zu fixieren. Zur Erklärung: Kreuz auf die Kopfhaut malen, Punkte abzeichnen, mit Kleber die Elektroden fest machen und Kabel anschließen. Ist ja jetzt nicht so, dass das ein zweijähriges Kind grad mal so mit macht bzw ein älteres Kind auch nicht unbedingt. Schon das aufmalen brachte keine gute Stimmung und der Zeitdruck der Schwester tat ihr übriges. Da sie nicht einschlief und das zweite Mal vom Mittelchen auch nicht half, musste sie nun anfangen, sie war ja schließlich im Stress. 

Ich hätte es tatsächlich einfach abbrechen müssen, aus Unwissenheit oder auch aus anderen mir unerklärlichen Gründen tat ich es nicht. Sie belämmert durch die Medikamente in meinem Arm, ich heulend unter ihr, weil sie so viel Angst hatte und ich sie festhalten musste. Die Schwester zog zu allem Übel auch noch die schlimmste Gasmaske auf, die man tragen konnte. Warum sie Angst hatte, ist nun jedem klar. Nicht nur die Maske, sondern auch das festmachen der Kabel am Kopf mit Luftdruck machte die Sache nicht besser und dass ich heulte und sie umklammerte verwirrte und verängstigte sie noch mehr. Die Prozedur ging eine halbe Stunde und ja, ich sage es nochmal, ich hätte es so nicht zulassen dürfen. Ich hab sie im Stich gelassen.. Man macht Fehler als Mutter, dieser war und ist für mich immer noch schwer zu verkraften. 

Die schlecht gelaunte Schwester zog von dannen,da kam schon die leitende Ärztin und entschuldigte sich für den Ablauf. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie sauer ich war. Auf die Schwester, die Ärztin aber vor allen Dingen auf mich. 


Wir blieben 72 Stunden auf dem Zimmer um alles korrekt zur Auswertung zu bekommen. Ich erklärte ihr es oft und hoffte, dass es ankam. 72 Stunden mit einem Kleinkind in einem Raum Dauerbeschäftigung zu halten, ist nicht zu unterschätzen. Ihr wisst das ja... Die Tage waren um und dann gings sofort und ohne Umwege in ein großes Schaumbad um dann mit einem Läusekamm und viel Shampoo die ganzen Kleberreste weg zu bekommen. 

Keine Epilepsie! Es war nach der Reihe von nicht so glücklichen Nachrichten, einfach mal zur Abwechslung tolle Infos! 

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